WEIHNACHTSBRAUCH – Der (heilige) Nikolaus 🎅🏻

Die Stiefel rausstellen  – Warum tun wir das am 06. Dezember eines jeden Jahres?

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Schuhe putzen, kaum ein Kind tut das gern. Jedoch am Abend des 5. Dezember ist das anders!

Viele elterliche Stimmen ertönen mit den Worten: „Wenn deine Stiefel schmutzig sind, dann legt der Nikolaus gewiss nichts rein.“

Wie verzaubert putzen die Kinder eifrig Ihre Stiefel und die Aufregung auf den Nikolausmorgen steigt. Später, eigentlich hundemüde und schon im Bett, ist die Vorfreude doch größer und die Kinder versuchen an der Tür oder am Fenster einen kurzen Blick auf den alten Mann mit seinem langen, roten Mantel und seinem weißen Bart zu erhaschen.

Wie jedes Jahr wird es nicht gelingen und fallen erschöpft in den Schlaf. Trotz allem sind beim Erwachen der Kinder am nächsten Morgen die Stiefel mit Nüssen, Mandarinen und Süßem gefüllt.

Dieses alljährlich fröhliche Ritual mit strahlenden Kinderaugen geht auf die Geschichte des heiligen Nikolaus zurück!

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DER HEILIGE NIKOLAUS

Der Nikolaus wuchs in der heutigen Türkei in einem schönen Haus mit großem Garten auf, seine Familie war sehr reich. Doch seine Eltern starben sehr früh, deshalb war er oft ganz allein. Er ging viel in der Umgebung spazieren. Einmal kam er an einem Haus in seiner Nachbarschaft vorbei, das schon alt und nicht mehr so schön war. Es gehörte einem armen Mann, der drei Töchter hatte. Nikolaus hörte den Mann zu seinen Töchtern sagen: „Ich weiß, dass ihr nun alt genug seid, um zu heiraten, und ihr das auch gerne möchtet. Aber leider habe ich kein Geld, um euch die Hochzeit und die Mitgift zu bezahlen. Es geht also nicht, ihr könnt nicht heiraten.“

Da sagte die jüngste Tochter: „Vater, wenn du mich als Dienstmagd oder Sklavin verkaufst, könnten wenigstens meine beiden Schwestern heiraten.“ Der Vater erschrak sehr. Er wollte seine Tochter nicht verkaufen. Allerdings wusste er auch nicht, wie er das Problem lösen sollte.

In der Nacht flog ein Säckchen Gold durch das Zimmerfenster der ältesten Tochter. Sie fand es am nächsten Morgen und war überglücklich – jetzt konnte sie doch heiraten. In der nächsten Nacht flog noch ein Goldsäckchen ins Haus – diesmal durch das Fenster der mittleren Tochter. Sie freute sich so sehr. Der Vater und die Schwestern freuten sich mit ihr. Nun konnte auch sie heiraten. In der nächsten Nacht nahm sich der Vater vor, den Wohltäter zu beobachten, falls er noch einmal wiederkäme. Er legte sich auf die Lauer, aber irgendwann wurde er so müde, dass er einschlief. Plötzlich klirrte es, ein weiteres Goldsäckchen war in der Wohnung gelandet. Der Vater lief schnell hinaus und erwischte Nikolaus, den reichen, aber einsamen jungen Mann aus der Nachbarschaft. Der Vater bedankte sich über alle Maßen, aber Nikolaus bat ihn, niemandem davon zu erzählen. Am nächsten Morgen freuten sich alle über das Goldsäckchen für die dritte Tochter.

Die Töchter führten ein glückliches Leben, jede gründete eine Familie und bekam viele Kinder. Aber immer wieder fragten sich die drei, wer ihnen das Geld wohl geschenkt hatte. Als ihr Vater sehr alt war, verriet er ihnen endlich, dass es Nikolaus war. Nikolaus hatte inzwischen sein ganzes Vermögen an die Armen verschenkt, war weithin als Wohltäter bekannt und dadurch zum Bischof der Stadt Myra ernannt.

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Diese schöne Geschichte hat den sogenannten „Einlegebrauch“ begründet. So nennt die Kirche die alljährliche Tradition, dass Kinder in der Nacht zum 6. Dezember ihre frisch geputzten Schuhe vor die Tür stellen und diese am nächsten Morgen mit Leckereien gefüllt sind.

Mit der Reformation Martin Luthers allerdings wandelte sich der Brauch zum Nikolaustag. Der Schwerpunkt lag nun nicht mehr auf dem Schenken. Stattdessen kam der sogenannte „Einkehrbrauch“ auf, bei dem der (heilige) Nikolaus zu den Kindern nach Hause kommt. Mit einem Sack Geschenke über der Schulter und seinem goldenen Buch in der Hand. Darin stehen die guten und schlechten Taten der Kinder aus dem gesamten vergangenen Jahr. Nikolaus liest sie vor und lobt oder mahnt zur Besserung und verteilt erst dann die Geschenke. Dabei tritt er häufig gemeinsam mit einem Begleiter auf, der das vom Guten gezähmte Böse darstellt, namens „Knecht Ruprecht“.

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Denkt immer daran:

DER NIKOLAUS 🎅🏻 KENNT DIE GUTEN UND DIE SCHLECHTEN TATEN DER KINDER UND HAT SIE MIT SEINEM GOLDENEN BUCH AUCH IMMER DABEI!