Liebe Chormitglieder der „Abendsterne“.
Alle „Beileidsbezeugungen“ nützen nichts, man muß einfach den Tatsachen in’s Auge sehen: 5,5 % der Gesamtstimmen waren zu wenig, um den angestrebten 1. Platz zu erreichen. Nun ist eben der bereits im Vorfeld von einem Eurer Chormitglieder selbstgekürte „beste Chor“ von der Jury und den Zuschauern eines Besseren belehrt worden. Aber dies steckt Ihr doch locker weg, oder?
Woran lag’s? Alexander Goebel hat ja nach Eurem Auftritt eigentlich alles Notwendige hierzu gesagt. Dem sei von meiner Seite ergänzend hinzu gefügt: Der Titel „Chattanooga Choo Cho“ ist ein weltbekannter Swing-Klassiker, mit dem das Glenn-Miller-Orchester 1941 die erste offizielle Goldene Schallplatte überhaupt erhalten hat. Gesangsinterpreten waren damals Tex Beneke (Tenorsaxophonist und Sänger) und „The Modernaires“, eine zur damaligen Zeit sehr populäre Gesangsgruppe, bestehend aus vier Herren und einer Dame.
Um Alexander Goebels Ausführungen besser nachvollziehen zu können, solltet Ihr Euch diesen Song unbedingt mal in der Originalfassung anhören, dann wird der Unterschied zur Eurer Interpretation sehr deutlich.
Es ist daher immer gefährlich, einen „Ohrwurm“, den jeder kennt, in einer anderen Fassung zu präsentieren, dies geht fast ausnahmslos „in die Hose“. Dies hätte man wissen müssen. Die Enttäuschung war Euch am Schluß ja auch buchstäblich in die Gesichter geschrieben. Auch die Choreografie – über welche die Jury ja auch geteilter Meinung war – hat’s nicht mehr „herausgerissen“.
Daher der Vorschlag: Es gibt von amerikanischen Musikverlagen unzählige Arrangements von Chattanooga Choo Choo, die „swingen“, denn nur ausschließlich darauf kommt es bei diesem Stück an. Der Schwierigkeitsgrad ist allerdings infolge der hierbei zur Anwendung kommenden „Jazzharmonien“ wesentlich höher, als in Eurer relativ einfachen Version und bereitet daher beim Erarbeiten mehr Aufwand, aber gerade dies ist ja „das Salz in der Suppe“. Studiert es nochmals neu ein und Ihr werdet auch mit diesem Titel Erfolg haben.
Abschließend sei noch gesagt, dass Ihr, gemessen am enormen Aufwand, mit dem Ihr auf „Stimmenfang“ gegangen seid, absolut einen ersten Platz verdient hättet. Aber alles kein Beinbruch, denn wie hat Euer Chorleiter im Vorfeld gesagt? „Wir sehen das Ganze olympisch: Dabei sein ist alles“.
In diesem Sinne beste Grüße
Helmut Schilling
Kommentare:
Nur zur Information:
Vortrag:
Wir haben nicht "Chatanooga Chu Chu" vorgetragen, sondern "Sonderzug nach Pankow"
Auswahl:
Der Titel wurde - wie die musikalische Begleitung (ohne Swing) - vorgegeben. Ebenso das Arrangement.
Original: Ich empfehle (wieder ohne Swing)
http://de.youtube.com/watch?v=b-NSfmhiTBg
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